Sonntag, 20.05.2012 20:51 Uhr

Fußball und das Dritte Reich.

Verfasser: Peter Müller Berlin, 03.01.2012, 12:09 Uhr
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Berlin [ENA] Dieser Bericht soll weder das Dritte Reich rechtfertigen, noch den Sport in den Dreck der Nazizeit zurückbeordern, denn die erfolgreichste Zeit des Berliner Traditionsvereins liegt mit den Deutschen Meistertiteln 1930 und 1931 in dieser doch eher unrühmlichen Zeit und soll den Lesern diese Zeit im sportlichen Bereich näher bringen. Der Hertha Platz befand sich am Gesundbrunnen, in der Nähe des Humboldthains.

Der an der Millionenbrücke gelegene vereinseigene Fußballplatz, zog die Fans in ihren Bann und wurde stets gut besucht. Die unbeschreibliche Atmosphäre auf dem Zauberberg und dem Uhrenberg war unbeschreiblich. Das Vereinsgelände musste wegen finanzieller Schwierigkeiten im Jahre 1971 veräußert werden und so mancher betagte Fan trauert dieser, allerdings notwendigen, Entscheidung nach. Ab 1974 wurden auf dem ehemaligen Fußballplatz Wohnungen gebaut. Der jetzige Spielort ist das ehrwürdige Berliner Olympiastadion, wo nicht alle Besucher einverstanden sind, denn der Zuschauer ist doch durch die Leichtathletik-Laufbahn rund um das Spielfeld sehr weit vom Spielgeschehen entfernt und in Berlin sehnt man sich nach einem Fußballstadion.

Ein Stadionneubau wird vom Verein aus finanziellen Gründen nicht realisierbar sein und somit wird der Bundesligist seine Heimspiele als Nutzer weiterhin im Olympiastadion austragen. Zu einer Zeit wo noch niemand daran dachte, dass Hertha BSC jemals das historische Olympiastadion nutzen würde, wurde das Berliner Olympiastadion ab dem Jahre 1934 von Architekt Otto March gebaut. Kein geringerer als der damalige Reichskanzler Adolf Hitler segnete den Bau des Stadions ab und bewilligte den Bau, der etwas Großartiges und Einmaliges darstellen sollte. Am 1. August 1936 wurde die Sportstätte anlässlich der XI. Olympischen Spiele eröffnet.

Zwanzig Jahre nachdem die Olympischen Spiele wegen des ersten Weltkrieges ausfallen mussten, wurde die Olympiade in den Wettkampfarenen Olympiastadion, Maifeld, Schwimmstadion, Hockeystadion, Reiterstadion und der Tennisanlage die sportlichen Wettkämpfe ausgetragen. Das Deutsche Sportforum rundete das Projekt Olympiastadion ab und galt mit einer Kapazität von 65.000 Sitzplätzen und 35.000 Stehplätzen als modernste Arena der Welt. Es ist fast schon als selbstverständlich anzusehen, dass der Reichskanzler „sein“ Werk für Propagandazwecke nutzte.

Adolf Hitler hatte zwar an Fußball wenig bis kein Interesse, dennoch ließ er nichts unversucht, diese populäre Sportart zu Propagandazwecken mit ins Boot zu holen für seine noch angestrebten Vorhaben. Der Führer hatte es im Jahre 1939 offensichtlich geschafft bei Hertha BSC Fuß zu fassen, denn es wird wohl kein Zufall gewesen sein, dass in diesem Jahre unter der flatternden Vereinsfahne im Vereinsheft der Reichsadler inklusive Hakenkreuz zu sehen war. Glückwünsche zum 50. Geburtstags von Hitler waren im inneren des Vereinsheftes erstmalig zu Lesen. Damit war wohl klar, der Nationalsozialismus hatte im Verein begonnen.

Der zweite Weltkrieg nahm seinen bekannten Verlauf und der Berliner Fußballverein unterwarf sich dem Regime. Sowohl in Deutschland, als auch im Mutterland des Fußballs England wurde der Fußballbetrieb so lange es ging aufrecht erhalten. Die Berliner Vereine und das Regime einigten sich darauf so zu verfahren. Allerdings hieß der Wettbewerb „Danzig-Pokal“ mit dem sich Hertha BSC zu beschäftigen hatte und im ersten Spiel des Pokalwettbewerbs setzte es an der „Plumpe“ gegen Viktoria 89 eine deftige 0:5 Schlappe. Relativ schnell wurde entschlossen, wieder eine förmliche Meisterschaft auszuspielen und fortan diente der Danzig-Pokal zur Qualifikationsrunde für die erste offizielle Kriegsmeisterschaft.

Allerdings konnte sich niemand vorstellen, dass nach Kriegsende kein Fußball stattfinden würde, aber die NSDAP verbot den Fußball. Ende des Jahres 1939 bestritt Hertha BSC das erste Spiel der ersten Kriegsmeisterschaft und der Gegner hieß SC Minerva 93. Hertha gewann gegen Minerva an der „Plumpe“ mit 2:1 und der legendäre Hanne Sobek erzielte das erste Tor. Die Deutsche Meisterschaft wurde bis zum Jahre 1944 ausgespielt, der Seriensieger Schalke 04 wurde vom Dresdner SC mit dem späteren Bundestrainer Helmut Schön abgelöst . Eine Vielzahl von Wettbewerben wurde aus dem Hut gezaubert, unter anderem der Tschammer Pokal, der später zum DFB-Pokal wurde.

Bis Ende Januar 1945 wurde im Dritten Reich offiziell Fußball gespielt, wegen der Folgen des Krieges konnte der Spielbetrieb dann nicht mehr aufrecht erhalten werden. Die Sicherheitslage ließ ein Zusammenbringen von Mannschaften, Schiedsrichtern und Fans nicht mehr zu. Zudem wurden die letzten verfügbaren Männer des Landes, notdürftig bewaffnet und unausgebildet zum Volkssturm in den unvermeidbaren Tod geschickt.

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