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Presse-Ressort von Simone Mayer
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Straftat "Schamlosigkeit" - Kampf gegen HIV und AIDS scheint langsame Verbesserung für Lesben und Schwule anzustoßen
Malavi - Blantyre - Kaum hatten sie sich öffentlich trauen lassen, sind zwei Homosexuelle in dem kleinen südafrikanischen Land Malawi festgenommen worden. Nach ihrer Festnahme am Montagabend würden Tiwonge Chimbalanga und Steven Monjeza bald vor Gericht gestellt, um sich zum Vorwurf der "Schamlosigkeit" zu äußern, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.
"Wir sind uns in der Kirche begegnet, wo wir beide beten, und sind seit fünf Monaten zusammen", erzählte Ehegatte Steven Monjeza einer nationalen Tageszeitung vor der Verhaftung. "Ich habe mich nie für Frauen interessiert." Die Vermählung Monjezas mit Tiwonge Chimbalanga hat hunderte Schaulustige angelockt.
Tabu und eingeschlepptes Übel
Homosexualität ist fast überall in Afrika ein Tabu. Lange wurde sie als aus den nördlichen Industrieländern importiertes Übel gebrandmarkt. In 38 von 53 afrikanischen Staaten steht Homosexualität unter Strafe, nur in Südafrika sind gleichgeschlechtliche Zivilehen erlaubt. Auch in Malawi ist Homosexualität illegal, die Maximalstrafe beträgt 14 Jahre Haft.
Die Ablehnung von Homosexualität ist in diesem Staat im Süden Afrikas ausgeprägt. Proteste gegen den Anglikanischen Bischof und Befürworter von Homosexuellenrechten Bischof Nick Henderson hat vor drei Jahren auch ein Menschenleben gekostet.
Der Kampf gegen HIV und AIDS scheint jedoch einen langsamen Wandel anzustoßen, was die Haltung des offiziellen Malawis anbelangt. So hieß es im September von Regierungsseite erstmals, dass man Homosexuellenrechte anerkennen müsse, wolle man gegen die Immunschwäche Krankheit ankommen.
HIV betrifft Homosexuelle überproportional
Das "Centre for the Development of People" (CEDEP), eine lokale Menschenrechtsorganisation, schätzt den Anteil der mit HIV infizierten Homosexuellen im Land auf 25 Prozent. Zahlen des Gesundheitsministeriums zeigen eine Duchseuchungsrate der gesamten Bevölkerung von zwölf Prozent.
Seit dem ersten bekannt gewordenen Todesfall 1985 hat AIDS über 800.000 Menschen in Malawi das Leben gekostet. Über eine Million Kinder müssen ohne Eltern leben. (Reuters/red/APA) |
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