Sonntag, 20.05.2012 20:31 Uhr

Aktuelle Studie: Arzneimittel in Österreich billig

Verfasser: Mayer Helmut Wien, 02.01.2012, 17:16 Uhr
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Wien [ENA] Medikamente sind in Österreich im Vergleich zu anderen Ländern der Europäischen Union billig. Das belegt eine aktuelle Studie des Instituts für Pharmaökonomische Forschung aus dem Jahr 2011. Der Arzneimittelverkaufspreis pro Packung liegt in Österreich bei 16,62 Euro inkl. Mehrwertsteuer. In Deutschland kostet eine Packung Arzneimittel gleich 11 Euro mehr und in Dänemark gar 38,20 Euro mehr.

Die Österreichische Apothekerkammer teilt die Ansicht des WIFO nicht, dass durch eine Deregulierung des Marktes die Preise für rezeptfreie Medikamente weiter sinken würden. "Es ist vielmehr wahr, dass in Österreich dank eines gut funktionierenden geregelten Abgabesystems die Arzneimittelpreise unterdurchschnittlich sind", so Mag.pharm. Leopold Schmudermaier, Vizepräsident und Wirtschaftssprecher derÖsterreichischen Apothekerkammer. Eine Deregulierung der Arzneimittelpreise hat nicht unbedingt eine Preissenkung zur Folge. Aus vergleichbaren Ländern der Europäischen Union ist ersichtlich, dass die Arzneimittelpreise nicht sinken, wenn das Preissystem dereguliert wurde.

Der Verbrauch von Arzneimitteln ist in Österreich relativ niedrig. "Wir sind kein Land von Pillenschluckern, weil die Abgabe von Medikamenten auch die fachliche Beratung in der Apotheke beinhaltet", so Schmudermaier weiter. Im internationalen Vergleich mit den EU-15 Ländern und der Schweiz liegt Österreich beim Verbrauch von Medikamenten im unteren Drittel. "Den Medikamentenkonsum künstlich durch eine Änderung der Vertriebswege anzukurbeln, halten wir gesundheitspolitisch für bedenklich", so Schmudermaier.

In Österreich spielen die öffentlichen Apotheken eine wichtige Rolle als Gesundheitsnahversorger. Ob Großstadt, Kleinstadt oder Gemeinde: Die österreichischen Apotheken liefern Qualität auf höchstem Niveau. Das bestehende Apothekensystem garantiert eine flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln und stellt die Versorgung der Patienten in den Mittelpunkt. Insgesamt beraten 5.500 akademisch ausgebildete Apothekerinnen und Apotheker in 1.310 Apotheken die Bevölkerung in Gesundheitsfragen. Die Beratungskompetenz ist eine der zentralen Leistungen der Apotheker.

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