Donnerstag, 23.02.2012 04:41 Uhr

Integration — eine Karte, auf die wir setzen sollten

Verfasser: Simone Mayer - europarl Brüssel/Wien, 17.10.2011, 08:02 Uhr
Presse-Ressort von: Simone Mayer Bericht 3841x gelesen

Brüssel/Wien [ENA] EU-Bürger und Immigranten sind sich darin einige, dass Sprachkenntnisse, Beschäftigungsmöglichkeiten, Achtung der lokalen Kultur und ein eindeutiger Rechtsstatus Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration sind. Immigranten, die in die EU kommen, bringen nicht nur Diversität mit sich, sondern können auch einen wertvollen Beitrag zu Wachstum und Stabilität leisten.

Die Bevölkerung in Europa altert und die Geburtsraten bleiben weiterhin schwach. Vor diesem Hintergrund können Immigranten eine Stütze der EU-Wirtschaft und der nationalen Sozialversicherungssysteme sein. Dies setzt jedoch voraus, dass sie in die Länder, die sie aufnehmen, voll integriert werden. Ein neues Maßnahmenpaket English der Kommission soll dazu beitragen, die Integration durch Erlernen von Sprachen, Erleichterung des Zugangs zur Arbeit, allgemeine und berufliche Bildung und Bekämpfung von Diskriminierung zu erleichtern.

Die Integrationspolitik ist Sache des Staates. Die EU kann jedoch durch Bereitstellung von Geldern, Koordinierung von Strategien und Erleichterung des Austauschs bewährter Praktiken Unterstützung und Anreize bieten. Das Maßnahmenpaket setzt den Hebel bei der lokalen Ebene an, unter anderem durch Förderung der Zusammenarbeit zwischen örtlichen Behörden, Immigrantenorganisationen, Dienstleistern und der örtlichen Bevölkerung. Jedem Land, jeder Region oder Stadt bliebe die Wahl der für die jeweiligen Gegebenheiten am besten geeigneten Maßnahmen freigestellt, wobei EU-weite Indikatoren für die Überwachung der Fortschritte sorgen würden.

Es dürfte nicht schwierig sein, Fortschritte zu erzielen. Diese Annahme wird durch eine im März und April 2011 durchgeführte Eurobarometer-Umfrage zur Integration von Immigranten bekräftigt, die zeigt, dass sowohl die EU-Bürger als auch die Immigranten weitgehend hinsichtlich der Faktoren übereinstimmen, die die Integration erleichtern. Die Befragten vertraten übereinstimmend die Auffassung, dass alle Beteiligten — der Staat, die Immigranten selbst und die allgemeine Öffentlichkeit — mehr tun müssen.

EU-Bürger und Immigranten sind sich auch über die Faktoren, die die Integration beeinflussen. Bei der Umfrage wurden als wichtigste Punkte das Erlernen der Sprache des Aufnahmelandes, Arbeitsmöglichkeiten, Achtung der einheimischen Kultur und Gewähr eines klaren Rechtsstatus genannt. Beide Gruppen räumten dem Erlernen der Sprache oberste Priorität ein. Beide Seiten waren sich auch darin einig, dass die Beziehungen zwischen Immigranten und Einheimischen am Arbeitsplatz und in den Schulen sehr wichtig sind und dass Segregation zwischen Stadtvierteln nur Probleme mit sich bringt. In der EU halten sich 20,1 Millionen Immigranten aus EU-Nichtmitgliedstaaten auf; das sind 4 % der EU-Bevölkerung.

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