Mittwoch, 08.02.2012 05:00 Uhr

Kuriositäten bei der Fashion Week 2010

Verfasser: Martin Brand , 16.07.2010, 16:33 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 2648x gelesen

Prothesen-Träger und Albinos modeln auf der Berliner Mercedes Fashion Week 2010 Bei der Mercedes Fashion Week Juli 2010 trat ein Model mit Beinprothese auf den Laufsteg - Zeichen für Toleranz oder gezielte Provokation für die sonst so auf Makellosigkeit bedachte Branche? (Berlin, 12. Juli 2010) Prothesen-Träger oder Albinos auf dem Catwalk? Bei so mancher Vorführung während der Berliner Modewoche "Fashion Week" traten die Kollektionen gelegentlich etwas in den Hintergrund

Wenn man an Models denkt, assoziiert man normalerweise makellos schöne Haut, attraktive Gesichter und vor allem perfekte Figuren. Umso größer war der Überraschungseffekt, als bei der Modenschau des Modelabels "Starstyling" bei der "Fashion Week" ein männliches Model mit einer Prothese über den Laufsteg schritt – eine Entscheidung, die weniger wie ein Zeichen für mehr Toleranz, sondern vielmehr als Akt der Provokation für die sonst so auf Makellosigkeit bedachte Branche wirkte.

Der Hamburger Mario Galla trägt am rechten Bein eine Prothese, weil er mit einem stark verkürzten Bein zu Welt gekommen ist. Er arbeitet schon seit Jahren als Model, bisher wurde allerdings vorwiegend sein Gesicht für verschiedene Beauty-Kampagnen fotografiert.

Er stand zwar auch schon für berühmte Designer wie "Hugo Boss" auf dem Laufsteg – dann aber immer nur in langen Hosen. "Starstyling" und "Michalsky"schickte ihn nun in Shorts auf den Catwalk, womit ihm definitiv ein PR-Coup gelungen ist. Er habe Gallas Behinderung keinesfalls als Schocker fürs Publikum instrumentalisieren wollen, sagte Michalsky. „Ich habe ihn gebucht, weil er insgesamt ein tolles Model ist und es schafft, meine Mode mit Leben zu erfüllen“, sagte Michalsky.

Das freakigste Topmodel Auch ein weiteres unkonventionelles Model sorgte in Berlin für Gesprächsstoff:

Shaun Ross, ein Albino afro-amerikanischer Abstammung. Auch er lief für das Label "Starstyling" und zeigte sich bei seinem Auftritt von der lockeren Seite. Shaun ist eigentlich ein Afro-Amerikaner, aber eben ein Weisser. Dadurch wurde er berühmt und beliebt, da er anders ist als die anderen. Er wurde durch seine Einzigartigkeit schon mit 16 zum Model und gehört zu den beliebtesten Models in New York. Er hat immer für seine Träume gekämpft und ist auch jetzt ultra beliebt bei den Photographen und Designern der Welt. Sein "Schönheitsfehler" hat ihn zum Ruhm geführt auch hier bei der Fashion Week, wo er auch für den Berliner Modedesigner Michalsky lief.

So wirkt es weniger provozierend, wenn alle Models bei einer Schau vom Ideal abweichen, so wie bei Starstyling. Hier liefen neben Galla und der Albino Sean Ross, Männer mit pinken Haaren, Frauen mit Afrobob, kein Model glich dem anderen und so bildeten sie wiederum durch all ihre Unterschiede eine Einheit. Weitere Berichte von der Mercedes Fashion Week unter: www.brand.en-a.de

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