Ein Nachruf auf Johannes "Jopie" Heesters
Düsseldorf [ENA] 3. Januar 2012 - Der legendäre Operettenstar Johannes "Jopie" Heesters ist am Heiligabend im Alter von 108 Jahren gestorben und am Freitag (30.12.2011) im Beisein von 200 Trauergästen und rund 1000 Fans auf dem Münchner Nordfriedhof beigesetzt worden.
Familie, viele Freunde und rund 1000 Fans nahmen in einer Trauerfeier auf dem Münchner Nordfriedhof Abschied von dem legendären Operettentenor und Schauspieler Johannes Heesters genommen, der in seiner Wahlheimat Starnberg im Alter von 108 Jahren am Heiligabend im Beisein seiner Frau Simone Rethel an den Folgen eines Schlaganfalls verstarb. In einem weißen Sarg, geschmückt mit weißen Tulpen wurde der verstorbene Schauspieler zur Grabstätte getragen. Es wurden Jopies Lieder gespielt.
Auf den Spuren eines Phänomens
Bei seiner eigenen Ausstellung zu seinem Lebenswerk "Auf den Spuren eines Phänomens" am 19. Oktober 2009 in Düsseldorfs Theatermuseum, die von der Berliner Akademie präsentiert wurde, durfte ENA-Redakteur Martin Brand den ältesten Bühnenstar der Welt mit seiner um 45 Jahre jüngeren Frau und Schauspielerin, Simone Rethel begleiten und ist stolz darauf, Impressionen von diesem beeindruckenden Erlebnis nochmals zu präsentieren.
Der am 5. Dezember 1903 im niederländischen Amersfoort als Johan Marius Nicolaas Heesters geborene und seine Bühnenlaufbahn als 17-Jähriger in Amsterdam begann, besuchte als105-Jähriger die erste Ausstellung zu seinem Lebenswerk. Über 50 Journalisten und Fotografen waren bei der Eröffnung zugegen. Auch wenn er seine Exponate schon nicht mehr sehen konnte, genoss er den Trubel um seine Person. Leicht geschwächt von der vierstündigen Autofahrt Hamburg - Düsseldorf, wo er noch seine letzte Theatervorstellung hatte, sitzt er nunmehr auf einem Stuhl im Düsseldorfer Theatermuseum, seinen roten Schal um den Hals, als die Medienvertreter den Raum betreten dürfen.
Als er vom Theater spricht, seinen Erfolgen, seinem gerade zu Ende gegangenen Engagement in Hamburg, da ist er ein Künstler, der einfach nicht aufhören will und womöglich auch nicht kann. Weil er auch mit 105 noch der Verführerischsten aller Schmeicheleien erliegt, dem Applaus. "In Hamburg bin ich gerade noch ,Im Weißen Rössl' aufgetreten", sagte er, "und wenn ich auf die Bühne gekommen bin, haben die Leute sofort geklatscht und sind aufgestanden, gel Poppie." Poppie, das ist Simone Rethel, die Frau seit 38 Jahren an Heesters Seite. Seit 23 Jahren sind sie ein Paar.
Er erzählt, dass er morgens noch immer Singübungen macht. Und schon holt er Luft, singt ein paar Lalas-Mamas-Mimis, und plötzlich springt sogar ein schütteres Vibrato an. Da lächelt Heesters – und bittet um eine Zigarette. Leger schiebt er sie zwischen die Lippen, raucht Kringel in die Luft. Da hat seine Miene etwas wunderbar Spöttisches, ja Überlegenes. Als die Medienvertreter wieder abziehen, sagt Simone Rethel leise: "Es waren viele Leute da, Jopie, viele Journalisten." Da lächelt Heesters dieses galante Heesters-Lächeln. Wie früher.
Seine Markenzeichen: Frack, Zylinder und der weiße Schal
Die eigentliche Karriere startete Heesters 1935 in Berlin, wo er rasch zum Frauenliebling aufstieg. „Heut' geh' ich ins Maxim, da bin ich so intim“, gehörte zu den bekanntesten Liedern des Charmeurs. Frack, Zylinder und der weiße Schal waren die Kennzeichen des Grandseigneurs der Operette. Nach 1945 ist Heesters auf den Operetten- und Schauspielbühnen und im Film allgegenwärtig, so auch mehrfach in der Komödie in Düsseldorf. Ende der 50er-Jahre kommt zum Kino das Medium Fernsehen hinzu, in dem er als einer der ersten Showmaster überzeugt. In der Ausstellung wird auch das aktuelle Leben reflektiert.
Mit einzigartigen Dokumenten, Fotos, Rollenbüchern, persönlichen Notizen, Briefen, Film- und Tonbeispielen werden sein Lebensweg und seine Karriere vor dem Hintergrund von fast 100 Jahren politischer- und Unterhaltungsgeschichte nachgezeichnet. In der gut besuchten Ausstellung wurde beispielsweise der Arbeitswillen, den Heesters mit 76 Jahren und auch damals mit fast 105 Jahren hatte, besonders herausgestellt. An der Wand hängen zahlreiche Auszeichnungen wie der "Bambi" oder die "Goldene Kamera", die Heesters im Laufe der Jahre erhielt. Abgeschlossen wurde die Schau mit einem an die Wand geschriebenen Zitat: „Was hinter mir liegt ist uninteressant. Wichtig ist, was noch vor mir liegt.“
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Zu Heiligabend schließlich war es so weit. Heesters musste bereits am 5. Dezember 2011 wegen eines Schwächeanfalls mehrere Tage im Krankenhaus verbringen. Dabei wurde ein Herzschrittmacher eingesetzt. Er wolle mindestens 110 Jahre alt werden, hatte der Operettenstar danach verkündet.[35] Am 17. Dezember 2011 wurde er auf die Intensivstation des Starnberger Klinikums eingeliefert, wo er am 24. Dezember 2011 im Beisein seiner Frau an den Folgen eines Schlaganfalls verstarb.




















































